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Biodiesel
im Kraftfahrzeug |
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1. Biodiesel,
was ist das ? |
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Biodiesel ist ein Kraftstoff mit ähnlichen Eigenschaften wie
Mineraldiesel, wird jedoch aus Pflanzenöl und nicht aus Erdöl gewonnen
und somit aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. *1)
Biodiesel ist nach der neuen, seit 2004 europaweit geltenden Norm
EN 14214 in seiner Qualität und damit in seiner Eignung für die
Nutzung als Kraftstoff definiert. Die alte Vornorm
V 51 606 ist damit
ungültig geworden.
Mit dem Betrieb von BIODIESEL als Ersatz für herkömmlichen
Mineraldiesel sind folgende Vorteile verbunden:
Sehr geringe Emissionen von CO2, Kohlenwasserstoffen und Ruß
Frei von Schwefel , Benzol und anderen Aromaten
Trotz aller Vorteile gibt es bei der Umstellung auf BIODIESEL erhebliche
Probleme in Kraftfahrzeugen mit herkömmlicher Dieseltechnik. Deshalb
halten sich viele Fahrzeughersteller gerade bei den aktuellen Modellen
ab 2004 mit einer uneingeschränkten RME-Tauglichkeit deutlich zurück.
Nebenbei: Viele Dieselautofahrer werden es nicht wissen, aber auch
wenn sie nicht ausdrücklich Biodiesel tanken, haben bereits viele
herkömmliche Dieselkraftstoffe viel "Bio" in sich. Bis maximal fünf
Prozent Biodiesel mischen einige große Mineralölkonzerne in Abstimmung
mit den Autoherstellern bereits jetzt in ihren Raffinerien bei und
nutzen damit zum einen die Energie aus der Rapspflanze und zum zweiten
die steuerliche Befreiung von der Mineralölsteuer für biogene
Kraftstoffe, die seit dem 1. Januar 2004 auch für Beimischungen gilt.
*1) Quelle: delta-rmg.eu
Der folgende Bericht soll Ihnen Grundverständnis zum Thema
Umrüstung auf BIODIESEL vermitteln.
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2.
Begriffsbestimmungen |
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Biodiesel ist chemisch gesehen nur eine Art von vielen Methylestern. Die nachfolgende
Übersicht erläutert Ihnen weitere gängige Begriffe:
FAME = Fatty Methyl Ester (Fettsäuremethylester)
FAME ist der Oberbegriff für alle Arten von Fettsäuremethylestern aus
unterschiedlichen Rohstoffen. Damit sind neben BIODIESEL auch Stoffe
gemeint, die ausdrücklich kein BIODIESEL und damit für Kraftfahrzeuge
ungeeignet sind.
PME
PME ist die übergreifende Bezeichnung für alle Methylester auf Pflanzenölbasis.
Je nach Grundstoff wird unterschieden:
RME = Rapsölmethylester (für den Einsatz in Dieselmotore
geeignet)
SME = Sojaölmethylester (derzeit für den Einsatz in
Dieselmotore ungeeignet)
RME = Rapsölmethylester
RME ist die Abkürzung für eine Sorte von FAME, welche ausschließlich aus
Rapsöl hergestellt sind und auf die sich die Freigabeerklärungen der
Fahrzeughersteller beziehen.
Erst wenn RME ausdrücklich die seit 2004 europaweit geltende Normen DIN
EN 14 214 erfüllt, ist es für den Einsatz in Kraftfahrzeugen geeignet
und
darf den Begriff BIODIESEL führen
BIODIESEL
BIODIESEL ist der Gattungsbegriff für eine Sorte von FAME , die für den Betrieb in Kraftfahrzeugen
ausdrücklich freigegeben ist.
Fahrzeuge mit Dieselpartikelfilter (DPF) dürfen nicht mit
RME-Kraftstoff gefahren werden.
In Deutschland ist der
Begriff
BIODIESEL nur für solche RME-Qualitäten gestattet, die der seit
2004 europaweit geltenden Norm DIN / EN 14 214
entsprechen. Andere "biologische" Stoffe wie Pflanzenöle oder Gemische
mit
fossilen Brennstoffen oder anderen organischen Komponenten sind kein
BIODIESEL.
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3.
Verträglichkeit von RME-Kraftstoffen |
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Grundsätzlich ist der Einsatz von RME-Kraftstoffen bei herkömmlichen
Dieselmotoren problematisch, die nur
für normalen Diesel ausgelegt sind.
Schädigung Kraftstoffführender Komponenten
RME hat chemisch vergleichbare Eigenschaften wie Weichmacher und
greift alle Schläuche und Dichtungen in Kraftstoffsystemen und -
leitungen an. Schwerwiegende Schäden z.b. an Einspritzpumpen oder
Dichtungen in Einspritzventilen sind die Folge.
Beim jedem Wechsel von Normaldiesel auf Biodiesel lösen die im
Biodiesel enthaltenen aggressiven Stoffe Altablagerungen in
Kraftstoffleitungen und Tank. Das führt rasch zu Verstopfungen
des Kraftstofffilters. Ein baldiger Wechsel des Kraftstofffilters (ca.
< 300km) nach erster Umstellung auf Biodiesel ist daher obligatorisch.
Weiterhin begünstigt die hohe Wasserlöslichkeit von Biodiesel die
Korrosion von Einspritzmechaniken.
Bei längeren Standzeiten von mehreren Wochen wird daher empfohlen, das Fahrzeug mit mineralischem
Diesel voll zutanken und während einer Strecke von ca. 50km zufahren. Damit
werden möglichen Schäden an der Einspritzanlage entgegengewirkt.
Erhöhter Motorverschleiß durch Ölverdünnung
Beim Betrieb mit langen Leerlauf- oder bei Teillastphasen schlägt
sich wegen der unvollkommenden Zerstäubung unverbrannter RME-Kraftstoff an der Zylinderwand nieder und gelangt
in den Motorölkreislauf. Dort kann er aber wegen des vergleichsweise
hohen Flammpunktes im heißen Motoröl nicht ausdunsten, verbleibt dort, verdünnt das
Motoröl und verschlechtert damit drastisch die Schmiereigenschaften.
Erhöhter Motorverschleiß und die Gefahr versteckter Motorschäden können
die Folge sein.
Geringere Fahrleistungen, höherer Verbrauch möglich
Motormanagement, Einspritzdrücke und Abgasregelung sind auf normalen
Diesel optimiert. RME verändert die Gemischzusammensetzung und den
Verbrennungsablauf und kann damit Leistung und Momentenverlauf
nachteilig beeinflussen.
Unzureichende Regeneration eines Dieselpartikelfilters (DPF)
Bei Fahrzeugen mit Dieselpartikelfiltern (DPF) müssen zur
Regeneration (Entladung) die angesammelten Rußpartikel bei 600-650 Grad
im Filter verbrannt werden.
Normalerweise reicht im lastarmen Betrieb die natürliche Regeneration
nicht aus, da die Abgastemperatur mit unter 500 Grad zu gering ist.
Das Motorsteuergerät schaltet daher bei einem bestimmten Füllgrad des
DPF auf aktive Regeneration um und spritzt
beispielsweise im Schubbetrieb Kraftstoff ein, der nicht im Zylinder
verbrennt, sondern im DPF verdampft und sich dort erst entzündet. Dadurch
wird die notwendige Anhebung der Abgastemperatur erreicht.
Da RME eine höhere Reaktionstemperatur als Diesel hat, kann diese Form
der aktiven Regeneration nur unvollständig ablaufen. Die Folge sind
häufigere Regenerationsphasen und damit höherer Verbrauch, unter
Umständen ein Verstopfen des Filters oder Betriebs- einschränkungen (
z.B.
Aufforderung durch Störungslampe unverzüglich eine längere Strecke mit
hoher Last zu absolvieren).
Bei Fahrzeugen mit Dieselpartikelfiltern (DPF) , bei denen die aktive
Regeneration durch zusätzliches Einspritzen unverbrannten Kraftstoffes
in die Zylinder unterstützt wird, kommt außerdem die schon oben
genannte Ölverdünnung zum tragen.
Aus den genannten Gründen
dürfen Fahrzeuge mit DPF nicht mit Biodiesel gefahren werden.
Weitere Nachteile
Generell ist die fehlende Wintertauglichkeit von unter -10 Grad bei
RME-Kraftstoffen ein Problem, da die Kristallbildung so weit
fortgeschritten ist, dass Teile des Kraftstoffsystems verstopfen. Erst
durch Zugabe von mineralischem Diesel kann die Wintertauglichkeit
verbessert werden - allerdings nur geringfügig, da reiner
mineralischer Diesel von Hause bereits nur beschränkt wintertauglich
ist. Daher wird empfohlen, bei niedrigen Temperaturen nur mineralischen
Dieselkraftstoff zu tanken.
Unter ungünstigen Bedingungen und bei schon geringen Abweichungen von
der Norm
DIN / EN 14 214 können Kraftstofffilter und Kraftstoffführende
Komponenten durch RME verstopfen.
Durch den höheren Flammpunkt vor allem bei Biodiesel von
schlechter Qualität kann es Schwierigkeiten beim
Kaltstart geben, da die Vorglühzeiten für Diesel optimiert sind.
Bei Fahrzeuge mit kraftstoffgespeisten Zusatzheizungen ist die
RME-Tauglichkeit des Zusatzgerätes zu beachten.
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4. RME-Tauglichkeit bei VW |
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Für die Freigabe- und Nachrüstmöglichkeit für RME gelten ausschließlich
die ständig aktualisierten Werksangaben, die Sie beim VW-Händler
abfragen können.
Nach meinen Recherchen ergibt sich folgender Sachstand (8.2005):
Fahrzeuge mit Dieselpartikelfilter (DPF) dürfen nicht mit
RME-Kraftstoff gefahren werden.
Die die neuen Modelle
z.B. Golf A5, Passat B6 und Touran sind derzeit
- im Serienzustand des
Fahrzeuges zur Verwendung von Biodiesel nicht freigegeben.
- erst mit werkseitiger Sonderausstattung (PR-Nr. 2G0)
RME-tauglich.
Anmerkung:
Denkbar ist der künftige Einsatz von Kraftstoffsensoren, der die jeweils
günstigsten
Emissionswerte im Betrieb mit Mineraldiesel und Biodiesel
sicherstellt - eine Notwendigkeit,
um die künftigen Grenzwerte
von EURO4 auch bei Biodiesel einzuhalten.
Die älteren Modelle NewBeetle, GolfA4, Passat B5, Polo A03, Polo
A04 ohne
nachgerüsteten Dieselpartikelfilter (DPF) sind in
serienmäßig RME-beständig,
- sofern dieses im Betriebshandbuch
vermerkt ist,
- zwischenzeitig durch VW auch nicht widerrufen oder
eingeschränkt wurde
- und der folgende Nachtrag beachtet werden:
Nachtrag 02.2004
der Volkswagen AG *2)
zur Eignung von Fahrzeugen mit Dieselmotor und RME (Biodiesel)
Verwenden Sie nur RME-Kraftstoff nach der neuen Norm DIN EN 14 214
(FAME)
Bei
RME-Kraftstoffen nach der alten Norm DIN 51606 ist eine ausreichende Kraftstoffqualität
nicht gewährleistet.
Vergewissern Sie sich bei Ihrem Volkswagen Partner, ob Ihr Fahrzeug
RME-Tauglich ist.
RME-Kraftstoff
ist wintertauglich nur bis ca. -10 Grad .
Bei
Außentemperaturen unter -10 Grad wird Winterdiesel empfohlen.
RME kann den
Verbrauch geringfügig erhöhen und die Fahrleistungen
reduzieren.
Bei der
Umstellung auf RME kann der Kraftstofffilter verstopfen (Wechsel nach
ca. 300Km).
Bei
geplanten Standzeiten von mehr als ca. 2 Wochen wird empfohlen, das
Fahrzeug vorher
mit mineralischem Dieselkraftstoff voll zu tanken und
über eine Strecke von ca. 50Km
zufahren, um Schäden an der Einspritzanlage
zu vermeiden.
Beachten
Sie, dass bei Betrieb mit RME-Kraftstoff zusätzliche Arbeiten
durchgeführt werden
müssen (Kraftstofffilter entwässern,
Kraftstofffilter ersetzen)
*2) Quelle: Volkswagen AG, "Nachtrag | Neue europäische Norm
für RME-Kraftstoff "
Art.Nr. 214.552.RME.00, Ausgabe 02.2004
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Diese Dokumentation soll auf privater Basis ausschließlich technisches
Grundverständnis vermitteln und ist ausschließlich zur unverbindlichen
Information bestimmt.
Alle Angaben und Darstellungen basieren auf eigenen Recherchen
und frei verfügbaren Quellen. Sie sind unverbindlich und
freibleibend, da Änderungen des Lieferumfanges in Form,
Ausstattung und Technik sowie die Rechtsgrundlagen sich nach
Drucklegung laufend verändern können. Ebeso übernehme
ich keine Haftung für Schäden und deren Folgen, die sich aus
diesen Informationen ergeben könnten.
Alle konkreten Fragen zum Betrieb Ihres Fahrzeuges mit RME-Kraftstoff richten Sie bitte
ausschließlich an Ihren VW-Fachbetrieb.
© Manfred Borgwardt
www.beetle24.de
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