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Manfred Borgwardt |
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Technischer Stand: Modelljahr 2001
Ausgabe 21.2.2002, Rev. 2/2006 5/2007
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Ein neues
Leistungsmerkmal bei Volkswagen, Audi & Co
ist die elektrische Drosselklappenverstellung beim
Otto-Motor.
Sie wird auch als "elektrische Gasbetätigung"
(kurz=E-Gas) bezeichnet
oder als EPC ( Electronic
Power Control ).

Es
sieht auf den ersten Blick simpel aus:
Statt einer direkten Bowdenzugverbindung zwischen
Gaspedal und Drosselklappe gibt es nun einen kleinen
Elektromotor an der Drosselklappe, der abhängig von
einem Potentiometer am Gaspedal elektrisch gesteuert
wird.

Das
soll alles sein ??
Soviel Wirbel um EPC und sogar eine eigene Störungslampe
!!
Doch dahinter verbirgt sich mehr...
Mit dem folgenden Beitrag möchte ich allen
weniger technisch versierten Autofans ein kleines Stück
verborgene Technik näher bringen.
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| Achtung: Dieser Beitrag
basiert auf der Funktion des Otto-Motors - gilt aber vom
Grundverständnis prinzipiell auch für Dieselmotore,
die seit kurzem auch mit E-Gas gefertigt werden. Bei
Dieselmotoren ist keine Drosselklappe vorhanden - das
Moment wird unter anderem durch Einspritzzeitpunkt und -
dauer bestimmt. Die gelbe ECP-Fehlerlampe ist nicht
vorhanden. Statt dessen wird im Fehlerfall bei vielen VW-Modellen die bekannte
Lampe für Vorglühzeit angesteuert. |
Bisher: Mechanische
Verstellung
Motordrehmoment und
Motordrehzahl werden beim Otto-Motor durch die
Drosselklappe bestimmt.
Die Drosselklappe wurde bislang direkt und mechanisch
über einen Bowdenzug vom Gaspedal betätigt.
Doch immer dann, wenn das Motormanagements z.B. wegen ESP
beherzt das Motordrehmoment reduzieren muss, gibt es
keine Möglichkeit auf die Stellung der Drosselklappe
einzuwirken - der "Gasfuß" ist stets dominant.
Ersatzweise muss daher das Motorsteuergerät auf andere Stellgrößen, wie Zündung und Einspritzung
zurückgreifen um den Motor zu zwingen, trotz durchgetretenem Gaspedal die gewünschte
Rücknahme des Motormomentes zu erreichen.
Eine solche Begrenzung ist aber weder feinfühlig genug
noch kann man damit eine echte Momentenregelung für ESP
oder ein weiches Schalten beim Automatik erzielen.
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Neu:
Elektrische Verstellung
Bei der elektrischen
Drosselklappenverstellung hat das Gaspedal keinen
direkten Durchgriff mehr auf die Drosselklappe.
Jetzt hat das Motorsteuergerät endlich den alleinigen
und direkten Zugriff auf die Drosselklappe in dem es den
elektrischen Stellmotor mit dem Ergebnis der internen
Berechnung UND dem Leistungswunsch optimal ansteuert. Das
Gaspedal hat nur noch die Aufgabe, den Leistungswunsch
des Fahrers mitzuteilen.
Der Vorteil liegt auf der Hand:
Die Stellung der Drosselklappe und damit das
Motordrehmoment kann nun feinfühliger und genauer
entsprechend den Anforderungen des Fahrens unter
Berücksichtigung von Abgasemissionen, Verbrauch und
Sicherheit bestimmt werden.
In der Praxis
bedeutet das:
Bei unveränderter Gaspedalstellung nimmt der Motor beim
Ansprechen der fahrdynamischen Sicherheits- Komponenten
wie ESP, ASR usw automatisch das "Gas" von
selbst zurück
und gibt auch automatisch etwas mehr "Gas" wenn
wir z.B. die Klimaanlage oder starke Verbraucher
zuschalten.
Allerdings gab
es schon ab1995, also vor Einführung des echten
E-Gas quasi einen Vorläufer - nämlich die
elektromotorisch wirkende Leerlaufregelung. Trotz
Bowdenzug für das normale Fahren, gab es serienmäßig
schon eine minimale elektrische Verstellung der
Drosselklappe im Leerlauf zum Ausgleich von
Laständerung wegen z.B. Servolenkung, Heizscheibe, Heiz-
u. Klimagerät ..... und der 200W Bassbox .
Und bei Ausstattung mit GRA ab 1998 war diese elektrische
Verstellmöglichkeit erweitert worden auf den gesamten
Drehzahlbereich. Allerdings nur bei eingeschalteter GRA. Auf einen
Entfall des Bowdenzuges für das normale Fahren mochte
man sich damals noch nicht entschließen.
Dazu finden Sie im letzten Kapitel weitere Details.
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 Was gibt es denn da eigentlich zu
regeln?
Nun, wir alle wollen nur fahren - machen uns oft keine
Gedanken über die vielen notwendigen Eingriffe des
Motormanagements im Autoalltag, damit das Fahren ein
"rundes und kugeliges" Erlebnis wird.
Dafür muss das Motorsteuergerät Schwerstarbeit leisten:
Es erfasst nicht nur die Gaspedalstellung, sondern sammelt laufend die inneren
Drehmomentanforderungen (die das Steuergerät selbst
erkennt)
also:
> Kaltstart / Warmstart
> Leerlaufregelung
> Leistungsbegrenzung
> Drehzahlbegrenzung
> Lambda-Regelung
und die äußeren Drehmomentanforderungen (die also von außen
signalisiert werden)
also:
> Bremssystem (ESP, ASR, EDS)
> Klima ein/aus
> Schaltzeitpunkt vom
Automaticgetriebe
> GRA (Tempomat)
> Momentenschleppregelung (Kein
Blockieren bei Schubbetrieb)
und berechnet aus allem ein Soll-Drehmoment.
Im Regelablauf vergleicht nun das
Motorsteuergerät laufend Soll-Moment mit Ist-Moment .
Weichen beide voneinander ab, errechnet das System einen
Regeleingriff bis beide Werte wieder übereinstimmen.
Wie
wird nun eingegriffen ?
Nun, es werden 2 Wege beschritten:
> Bei kurzfristigen Eingriffen wird
die Verbrennung beeinflusst - durch Zündzeitpunkt und
Einspritzzeit.
> bei langfristigen Eingriffen wird
die Füllung beeinflusst - durch den Drosselklappenwinkel
(aha..) und evtl. den Ladedruck.
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 Das
Gaspedalmodul
ermittelt mit seinen Gebern die Pedalstellung und
übermittelt ein Signal (1) an das
Motorsteuergerät.
Das Motorsteuergerät
erkennt durch die Signalspannungen der Geber (1),
wie weit das Gaspedal betätigt wurde. Daraus und
weiteren zusätzlichen Drehmomentanforderungen (2)
berechnet es das Soll-Motordrehmoment und steuert mit dem
Ergebnis den Drosselklappenantrieb (3)
an, um die Drosselklappe weiter zu öffnen oder zu schließen.
Die Drosselklappen-Steuereinheit
ist für den erforderlichen Luftmassendurchsatz
zuständig. Das Signal vom Motorsteuergerät (3)
wird in einen Drehwinkel der Drosselklappe umgesetzt,
dessen Stellung zurückgemeldet wird (4).
Die Fehlerlampe für elektrische Gasbetätigung
mit dem Symbol "EPC" zeigt dem Fahrer eine
Störung im System der elektrischen Gasbetätigung oder seiner Geber an.
Das Signal für die Lampe (5) wird im Motorsteuergerät erzeugt und ist
das Ergebnis einer sehr komplizierten Überwachung, die
im nächsten Kapitel erklärt wird.
Zusatzsignale
werden zur Verbesserung der Ausfallsicherheit und zur
Abschaltung der GRA im Motorsteuergerät ausgewertet:
- Bremslicht- und Bremspedalschalter
- Kupplungspedalschalter
Daher wird ein Defekt einer dieser Schalter ebenfalls durch die
EPC-Lampe angezeigt !
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Elektrik im Auto -
eigentlich kein Problem. Wenn ein Glühlämpchen
durchbrennt, was solls "Beetle forever", auch wenn die
Spiegel heute kalt bleiben.
Aber wenn ich plötzlich den Fuß vom Gas nehme und das
Motorsteuergerät möchte dieses natürlich dem Stellmotor der
Drosselklappe sofort melden, aber der Befehl kommt dort nicht an, weil
das Verbindungskabel oder der Stecker defekt ist......... dann 
Deshalb muss eine sichere Überwachung her, die ich Ihnen
im Schnelldurchgang erläutere - denn "Sichere
Elektronik" ist eine unendliche Geschichte.
Die notwendige Funktionssicherheit wird durch Redundanz
wichtiger Bauteile und Funktionen erreicht und
durch eine permanente Überwachung, die
gestuft nach Fehlerschwere entweder den Fehler notiert
und die -Lampe
ansteuert oder gar den Motor in einen Notlaufbetrieb
abregelt, damit das Auto nur noch mit erhöhter
Leerlaufdrehzahl auf einen Parkplatz gefahren werden
kann.
Das Motorsteuergerät
besteht aus 2 Steuereinheiten, dem eigentlichen
Funktionsrechner ( der die zuvor beschriebene Momentenberechnung durchführt und die Drosselklappe
ansteuert) und dem Überwachungsrechner, der den
Funktionsrechner ständig kontrolliert. Der
Überwachungsrechner vollzieht die gleichen Funktionen
anhand eigener Berechnungen und vergleicht damit die
Signale des Funktionsrechner auf Plausibilität.
Überwachungs- und Funktionsrechner prüfen sich
gegenseitig mit Frage-Antwort-Funktion. Damit der
Überwachungsrechner nicht immer ins
"Dauernicken" kommt werden absichtlich falsche
Antworten eingestreut, die erkannt werden müssen.
Jede falsche Antwort wird im Fehlerspeicher eingetragen.
Nach 5 falschen Antworten - oder wenn keine Antwort kommt
- wird der Motor abgeschaltet und die -Lampe aktiviert.
Das Gaspedalmodul:
ist mit 2 Gebern zur Erfassung der Gaspedalstellung
ausgestattet. Fällt einer von ihnen aus, erfolgt ein
Eintrag in den Fehlerspeicher und die Fehlerlampe wird aktiviert.
Der Motor fährt im "Schonprogramm" ohne GRA
und mit verzögerter Drehzahlerhöhung. Da die
Leerlaufstellung des Gaspedals nicht sicher erkannt
werden kann, werden ersatzweise die Bremslicht - u.
Bremspedalschalter abgefragt.
Geber für Bremslicht, Bremspedal und Kupplungspedal:
Fällt einer dieser Geber aus, erfolgt ein Eintrag in den
Fehlerspeicher und die Fehlerlampe wird aktiviert. Bei Ausfall mehrerer Geber wird
aus Gründen der Funktionssicherheit die
Drosselklappensteuereinheit nicht mehr angesteuert und über ein Federrückzugsystem in eine
Notlaufposition mit erhöhter Leerlaufdrehzahl von 1500 1/min gebracht.
Merke auch: Ein simpler aber
häufig vorkommender Defekt z.B. des Bremslichtschalters wird durch signalisiert
Die Drosselklappen-Steuereinheit:
ist mit 2 unabhängigen Gebern für die Rückmeldung des
Klappenwinkels ausgestattet. Wird nur 1 Geber gemeldet,
erfolgt eine Fehlerspeicherung und - anzeige. Fallen
beide Geber aus, so erfolgt keine Ansteuerung mehr vom
Motorsteuergerät. Die Folge: Es wird die Notlaufposition
mit erhöhter Leerlaufdrehzahl eingenommen.
Die Fehlerlampe EPC
wird immer beim Eintrag eines Fehlers in den
Fehlerspeicher aktiviert. Zur Kontrolle der Lampe selbst
wird diese für 3 Sekunden nach Einschalten der Zündung
angesteuert. Die Lampe ist diagnosefähig - d.h. ein
Lampendefekt nach dem Start wird im Fehlerspeicher
eingetragen - das hat aber keinen Einfluss auf die
Funktion des Motormanagements. |
 Die
Geschwindigkeitsregelanlage GRA - heute -
ist besonders einfach zu realisieren, da alle Komponenten
von EPC vorhanden sind und benutzt werden.
Wir erinnern uns: GRA ist eine von vielen möglichen
externen Drehmomentanforderungen . Dem
Motorsteuergerät ist es letztlich egal, ob die
Momentenvorgabe vom Gaspedal kommt oder von der GRA. Das
Motorsteuergerät muss nur den gewünschten Geschwindigkeitswert erfassen, speichern und ihn mit der
aktuellen Fahrgeschwindigkeit vergleichen. Zum Anheben
oder Absenken der Drehzahl bedient er sich der bekannten
Regelstrecke.
Wie
war es denn aber vor Einführung von E-Gas, denn da gab
es ja schon GRA ??
Die Geschwindigkeitsregelanlage GRA - damals ab
1997-
Während Ende der 80er Jahre bei AUDI die ersten GRA mit
einem eigenen Steuergerät realisiert wurden bei denen
die Drosselklappe durch eine Unterdruckdose
betätigt wurden, kam mit Einführung des Passat 1997 und
beim Golf ab 1998 eine neue Technik zu Einsatz die auf
einer elektromotorischen Verstellung der
Drosselklappe basierte.
Zu diesem Zweck wurde an das Drosselklappengehäuse
(früher sagte man Vergaser dazu ) zusätzlich zum Bowdenzug eine
Drosselklappensteuereinheit angeflanscht. Ein kleines
Motörchen verstellte ein Zahnradsegment und damit den
Winkel der Drosselklappe.
Es war quasi der Vorläufer des heute bekannten und oben
beschriebenen Drosselklappen - Moduls. Nur ohne
Überwachung. Bei Störungen fiel die GRA einfach aus -
damit konnte man leben.

Und so funktionierte es:
Durch Einschalten der GRA bekommt das Motorsteuergerät
die Info, dass die momentane Geschwindigkeit gehalten
werden soll. Daraufhin wird der Elektromotor (1) für den Drosselklappenantrieb
angesteuert und damit die Drosselklappe entsprechend der
Fahrgeschwindigkeit geregelt.
Der "Gasfuß" ist nun arbeitslos - der
Bowdenzug vom Gaspedal (2) ist in Grundstellung: Die Drosselklappe wird
von der "Konkurrenz" (3) gesteuert.
( Ja-Ja, die Elektriker sind schon tolle Leute )
Wird die GRA abgeschaltet oder Bremse / Kupplung
betätigt, geht die Drosselklappe in eine neutrale
Stellung zurück, bis ihre Winkelstellung nun wieder vom
Gaspedal mechanisch übernommen wird. (2)
So war das früher - auch
nicht schlecht.
Mit diesem Rückblick auf die GRA der früheren Jahre ist
, so glaube ich, alles zum E-Gas oder EPC gesagt.
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Ich hoffe, dass ich
Ihnen das Thema ein wenig habe näher bringen können.
EPC ist doch mehr als nur ein Ersatz für den klassischen
Bowdenzug.
Aber bedenken Sie bitte:
Diese Dokumentation soll ausschließlich technisches
Grundverständnis vermitteln und ist nicht geeignet,
Eigenschaften von Produkten oder Dienstleistungen zu
beurteilen. Alle Angaben und Darstellungen sind
unverbindlich und freibleibend, da der Stand der Technik
sich laufend verändert.
Ich übernehme keine Haftung für Schäden und deren
Folgen, die sich aus diesen Informationen ergeben
könnten.
In diesem Bericht sind Markenbezeichnungen und Skizzen
der Volkswagen AG enthalten.
Alle konkreten Fragen bei Störungen an Ihrem Fahrzeug
richten Sie bitte ausschließlich an Ihren
VW-Fachbetrieb.
Über ein Feedback an unten stehende Mailadresse würde ich mich
freuen.
© Manfred Borgwardt
www.beetle24.de
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