|
Manfred Borgwardt,
Wolfsburg
Einsatz von Audi-TT8N-Felgen
im VW-NewBeetle
Ausgabe und technischer Stand: 18.12.2001
Rev 2009
Für mich
persönlich war es verlockend, die Aluräder von meinem Audi-TT
auf dem Beetle "zur Probe zufahren". Viele Anfragen in den Foren haben
mich nun bewogen, meine Recherchen allgemein zugänglich zu machen.
Nun, verlockend ist es schon - Lochkreisdurchmesser und Radschrauben passen - auch die
Reifengrößen sind vergleichbar. Ist das aber alles, was zu beachten ist ??
Dieser Bericht stellt die Felgenabmessungen beider Fahrzeuge im Vergleich dar,
berichtet über praktische Erfahrungen und soll somit dem Leser
eine Entscheidungshilfe geben.
Der rechtliche
Hintergrund bleibt
hierdurch unberührt: Es dürfen nur die Rad /
Reifenkombinationen
gefahren werden, die im Fahrzeugschein aufgeführt sind. Dabei
sind nicht allein die Abmessungen entscheidet, sondern auch ein
für
die Geschwindigkeit und Traglast geeignetes Material sowie die
Freigängigkeit zu Karosserie und Fahrwerk in Bezug auf
Lenkeinschlag und Federweg.
Ich erkläre ausdrücklich:
Bei Montage von Fremdfelgen auf dem New Beetle (also auch die vom
Audi-TT ) erlischt die Fahrzeugzulassung im Sinne der StvZO - und damit
auch der Versicherungsschutz wenn keine Abnahme und Eintragung erfolgt.
Ich möchte daran erinnern, dass Audi für ab Werk lieferbare
Felgen leider keine Teilegutachten herausgibt.
Meine nachfolgenden Ausführungen sollen daher lediglich die
notwendigen technischen Zusammenhänge vermitteln. Auf keinen Fall
kann daraus eine Umrüstempfehlung abgeleitet werden.!
Eines vorab: Hier geht es nur um den Einsatz eines Serien-TT-Rades für den
NewBeetle.
Eine sehr gute Alternative ist es, sich für ein schickes 17" oder 18" Rad incl. Teilgutachten
aus dem Fachhandel oder einem seriösen Teileversandhandel zu entscheiden.
1. Ein ganz wenig Theorie
Felgenbreite:
So nennt man die Breite des inneren Felgenmauls. Man muss auf jeder
Seite noch das Felgenhorn mit je 12mm hinzurechnen um auf die
"messbare" Außenbreite zu kommen.
Einpresstiefe:
Das Rad war ja eine der genialsten Erfindung. Unsere Vorfahren hatten
einfach eine glatte Holzscheibe auf die Achse "gesteckt" - so als
würden wir einen Pappteller stirnseitig auf einen Besenstil
nageln. Ein übergestülpter Reifen würde dann nach innen
und außen genau die halbe Reifenbreite als Platz beanspruchen -
so wie bei einem Bollerwagen. Solche Räder aber - so
weiß
man heute -
ergeben ungünstige Lenkstabilität und hohe
Radlagerbelastungen. Außerdem müsste man - so wie es
früher war, "Kotflügel" AUSSEN anbauen, um die Räder zu
verstecken. Was lag also näher, die Räder nach innen zu
drücken - quasi "einzupressen"? So wurde es also gemacht - und der
Abstand von der Felgenmitte zum Radflansch hat den Namen Einpresstiefe
(ET) bekommen. Ein Rad mit ET30 ist also 30mm weiter nach innen gebaut.
Je grösser die ET, um so mehr geht das Rad nach innen.
|
|
|
Auf die Kombination kommt es an:
Mit der Einpresstiefe steuert man im modernen Automobilbau den Abstand
zwischen Reifenaußenseite
und Fahrzeugprofil am Radhausausschnitt. Würde man z.B. bei einer
Höhermotorisierung statt eines 6Zoll-Rades nun ein 7,5 Zoll Rad
einsetzen wollen, würde dieses um (7,5-6) x2,54cm breiter werden
und zur Hälfte - also mit 1,9 cm weiter nach außen kommen.
Sehr zum Leidwesen der Optik aber zum Vorteil eines besseren
Eigenlenkverhaltens nehmen die Autobauer gerne die Überbreite
außen wieder weg und verstecken das Rad mehr nach innen. Hierzu
wird einfach die Einpresstiefe um diesen Betrag erhöht. Deshalb
sehen die
großen Audi- und VW-Modelle (auch W8) trotz Breitreifen so wenig
spektakulär aus. Felgenbreite und ET sind daher immer im
Zusammenhang zu sehen.
2. Die Serienfelgen für den VW-Beetle Mj 2002

- Stahlrad Serie oder M+S
- Rad PJ9 "Monterey"
|
|

- Rad PJ1 "Monte Carlo
" |

- Rad CP9 "Calder"
für Sport Edition.
- Rad C7J "Daytona, " M-Ausstattung PJ3.
|
|
Das sind die derzeit ab
Werk
lieferbaren Felgengrößen für den
New Beetle im Mj2002.
Achtung:
:
Die Originalfelge17"
darf laut VW nur nachgerüstet werden:
- Ab Modelljahr 2001
- Lenkgetriebe mit Lenkbegrenzung
- Reifenbreite kleiner 218mm!!
siehe hier Details
|
3. Die Serienfelgen für den Audi-TT

- Serienrad 4CM (Speedline) 5-Arm-Design
7Jx16H2 ET31 8N0601025C.
- Wird auch für M+S-Reifen empfohlen. |
|

- Schmiederad PRL im Parabol-Design.
- Gussrad PRS im 6-Arm-Design. |
4. Felgenmaße im
Vergleich
 |
|
Die
nebenstehende Aufstellung zeigt alle angesprochenen Felgenbreiten
übereinander angeordnet und immer auf den Radflansch bezogen.
Beispiel: Die obere waagerechte rote Linie zeigt
Felge #1 von Audi in 17" Durchmesser und 7,5" Breite bei einer ET32.
Entsprechend der o.g. gelben Skizzen ragt die Felge 144mm nach innen
(rechts) und 75mm nach außen (links). Im Vergleich dazu kann man
erkennen, dass die Beetle 17" Felge im Beispiel # 3 ebenfalls 144mm
nach innen - aber nur 63mm nach außen. Mit anderen Worten, die
Audi 17"-Felge ist nach außen 12mmm breiter - innen sind sie
gleich.
Aber Achtung: Das ist NUR die Felge, die individuelle Reifenaußenbreite
ist noch hinzuzurechnen !! |
5. Praktische Erfahrungen
| Ich habe auf
meinem Beetle 1,9TDI statt der 16" Stahlfelge 6,5" ET42 das 16"
Audi-Alurad 6" ET31zur Probe montiert. Wie man in der o.g. Zeichnung
erkennt, baut die TT-Felge innen weniger auf - ist also
unproblematisch. Außen gibt es sogar eine kleinere Verbreiterung
von 4mm als Zugabe, die man aber auf Anhieb deutlich erkennt. (Siehe
Fotos) |
 |
 |

Derzeit fahre ich die Alu Winterräder
mit der Bereifung205/55 R16

6. Ausblick:
- Die Audi -TT-Felge in 16 Zoll ist wegen der fast identischen Felgenmasse und der gleichen
Reifengröße
eine
technische Alternative zum
Beetle-Alurad
- vorausgesetzt, die
Radkombination wird positiv begutachtet und in die Papiere eingetragen.
- Die Audi-TT-Felge 17 Zoll (Parabol oder 6-Arm) weist gegenüber dem 17 Zoll-Beetle-Rad ein um 12 mm
größeresFelgenaußenmaß
auf. Das könnte ein Problem bei der Abnahme sein, da schon das 17
Zoll-Serienrad des V5 nicht ohne weiteres an Fahrzeugen vor dem Mj 2001
eingebaut werden darf. (Begrenzung des Lenkwinkels). Hier ist unbedingt aus rein
technischer Sicht VOR dem Erwerb eine Rücksprache mit dem TÜV / DEKRA
erforderlich, da nur dort alle Voraussetzungen einer erfolgreichen
Abnahmen diskutiert werden können.
- Das
größte
Problem ist m.E. eher formaler Art -
man
kann diskutieren über
Größe
und Freigängigkeit - aber
für ein
Gutachten mit Anbauabnahme
am eigenen Fahrzeug wird der
Sachverständige ein Teilegutachten verlangen, welches Audi nicht für andere
als den Audi TT erstellt hat.
Da der Sinn eines vom Hersteller (hier Audi AG) ausgestellten Teilegutachtens
die Unbedenklichkeit der Montage der betreffenden Rad/Reifenkombination an ganz
bestimmten Fahrzeugmodellen (hier Audi 8N) ausweisen soll, wird ein solches
Teilegutachten für die Verwendung z.B. an einem VW-Fahrzeug von einem Sachverständiger
nicht (ohne weiteres)
anerkannt.
Es sind aber schon Fälle bekannt geworden, wo auch dieses erfolgreich
durchgeführt wurde, wenn die Freigängigkeit der Räder/Reifen auch im
Grenzfall zu erkennen war oder durch Auflagen / Einschränkungen (z.B.
Veränderungen am Kotflügel ) hergestellt wurde.
Um allen Problemen aus dem
Weg zu gehen, empfehle ich, ein optisch ähnliches Rad von einem Fremdanbieter
auszuwählen - natürlich mit Teilegutachten speziell für den eigene NewBeetle
mit passenden Angaben zum Modelljahr und der Motorisierung.
Viel Erfolg
Manfred Borgwardt 18.12.2001, 12.10.2002.
Rev.2009
www.beetle24.de
|